Lange vor der Resistenza von 1943 bis 1945 gab es einen bewaffneten Widerstand in Italien, die Arditi del popolo. Sie versuchten Anfang der 1920er Jahre die Bevölkerung vor den faschistischen Schlägertrupps der „Schwarzhemden“ zu schützen und den Aufstieg Mussolinis an die Macht zu verhindern. Anfänglich erfolgreich, scheiterten sie letztendlich auch an der mangelnden Unterstützung durch die kommunistische und sozialistische Partei.
Die Bewegung bestand von 1920 bis 1922 und gilt als erste bewaffnete antifaschistische Organisation Italiens. Die meisten Aktiven waren vormals Mitglieder der Arditi, einer Sturmgruppe im ersten Weltkrieg. Sie stammten aus dem proletarischen Milieu und waren politisch den Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten und linken Republikanern zuzuordnen.
Besonders bekannt wurde der mehrtägige bewaffnete Widerstand gegen die Belagerung der „Schwarzhemden“ der Stadt Parma im August 1922.
Mit der faschistischen Herrschaft in Italien ab 1922 wurden die Arditi del popolo verfolgt, verhaftet und ermordet, bis 1924 ihre verbliebenen Strukturen und die antifaschistische Bewegung weitgehend zerschlagen wurde. Viele ehemalige „Arditi“ kämpften im Spanischen Krieg in internationalen Brigaden.
Edition AV, 140 Seiten, 2020
ISBN: 978-3868412406, 16 Euro



