An dieser Stelle möchten wir einen konkreten Einblick in die Aktivitäten im Gasparitsch geben. Hierfür interviewen wir aktive Personen, die erzählen, was sie im Gasparitsch machen, was sie antreibt und welche Visionen und Wünsche sie haben.
„Das Gasparitsch ist ein guter Ort, wo man anfangen kann sich selber zu organisieren.“
Magst Du Dich bitte vorstellen?
Ich bin Adrian. Ich bin im Gasparitsch seit sechs oder sieben Jahren. Früher war ich nicht so aktiv. Mittlerweile bin ich für Kleinigkeiten, also mehr so kurz, verantwortlich.
Wie bist Du auf das Stadtteilzentrum Gasparitsch aufmerksam geworden?
Vor zehn Jahren habe ich bei einer Demonstration zwei Kollegen, gute Freunde aus der FAU, kennengelernt. Bin mit denen feiern gegangen und so ins Gasparitsch gekommen. So habe ich das Gasparitsch kennengelernt.
Das Stadtteilzentrum Gasparitsch gibt es schon seit fast zwölf Jahren. Du bist jetzt ja auch schon viele Jahre dabei. Was ist das Gasparitsch für Dich? Was bedeutet es für Dich?
Auf der persönlichen Ebene ist das Gasparitsch so etwas wie ein Wohnzimmer, wie ein Zuhause. Wenn wir von der politischen Ebene sprechen: Also ich bin nicht so tief in einer politischen Gruppe verankert, aber ich sehe das Gasparitsch als eine kulturelle Alternative, um selber etwas zu tun. Ich finde der Kampf gegen den Kapitalismus – so in großen Worten – ist nicht nur mit Demonstrationen und politischer Gruppenarbeit wichtig, sondern auch im kulturellen Kampf – eine Art kultureller Krieg – ist für mich wichtig. Das bedeutet: Lesekreise, Boxen im Keller, aber auch feiern, ein Kinderprogramm bei den Festen. Das Gasparitsch ist ein guter Ort, wo man anfangen kann sich selber zu organisieren.
Das ist ja genau die Idee vom Stadtteilzentrum Gasparitsch: einen Ort, einen Raum zu schaffen, wo sich Menschen sich ausprobieren können. Einen Ort zu schaffen, wo sich Menschen treffen können, raus aus der Vereinzelung, gemeinsam etwas tun.
Du hast es ja schon angesprochen, was machst Du im Gasparitsch?
Gute Frage. Seit ein paar Jahren sehe ich meine Rolle im Gasparitsch so – also ich muss das sagen, etwas schreiben oder reden ist nicht so meins – ist nicht meine Muttersprache – ich bin da etwas begrenzt. Aber als Schreiner ist meine Rolle mehr handwerklich, also in der praktischen Arbeit. Wie der Versuch, den Keller zu renovieren und neu zu organisieren, oder zu kochen, Kneipen zu machen und bei der Getränkelieferung zu helfen. Da gibt es ganz viel.
„Auf der persönlichen Ebene ist das Gasparitsch so etwas wie ein Wohnzimmer, wie ein Zuhause.“
Einen regelmäßigen Part übernimmst du auch seit Jahren bei den Festen – 1.-Mai-Feste und Jahresfeste!
Ja stimmt. Ich bin beim Kinderprogramm bei beiden Festen im Jahr dabei. Ein kulturelles, alternatives Angebot – so sehe ich das – bedeutet auch, ein Kinderprogramm auf den Festen zu haben, weil Kinder ein Teil der Gesellschaft sind.
Wie läuft denn so ein Kinderangebot ab?
Die Grundidee auf einem 1.-Maifest vor drei oder vier Jahren war, mit Kindern Puppen bzw. Marionetten zu basteln, die Transparente wie Demonstranten tragen. Auf die Transparente konnten die Kinder ihre Wünsche schreiben und was sie sich für das Leben in ihrem Stadtteil wünschen. Wir haben die Kinder gefragt, was sie sich wünschen, was sie brauchen, was ihr Leben verbessern würde. Und das war die Idee, Kindern die Möglichkeit zu geben etwas zu basteln und gleichzeitig Wünsche und Bedürfnisse zu äußern, was Kinder sich vom Stadtteil und von der Gesellschaft wünschen, um ihr Leben zu verbessern. Wenn man über Politik spricht, hört man nicht die Kinder, aber es betrifft auch die Kinder, weil sie Teil der Gesellschaft sind, deshalb ist so ein Angebot ganz wichtig.
Aus einem anderen Kinderprogramm von einem der Feste gab es eine Woche später eine Vernissage, in der die Bilder der Kinder ausgestellt wurden. Da war das Thema: „Wie sieht eine Stadt aus, wenn Kinder sie gestalten?“. Auch hier wieder die Verbindung von Politik und Spaß, wir malen auf Leinwänden, mit einer politischen Aussage.
Ein Kinderprogramm ist niedrigschwellige, kulturelle und politische Arbeit, und ein Bestandteil von den großen Festen. Das ist die Grundidee. Am Ende haben wir oft improvisiert, weil ganz viele Kinder da waren und die Kinder auch bestimmen konnten, was und wie sie basteln.
Wie viele Kinder sind denn bei den Festen beim Kinderprogramm?
Über den Tag so zwischen zwanzig bis fünfzig Kinder.
Das ist ja ganz schön viel wenn man bedenkt, dass das Kinderprogramm auf den Festen von 14 bis 18 Uhr geht.
Du machst ja aber nicht nur das Kinderprogramm auf den Festen. Wie bringst du dich sonst noch im Gasparitsch ein?
Im Keller, aber da ist es ziemlich schwierig etwas zu entwickeln. Das Gasparitsch ist sehr beliebt, ganz viele Gruppen nutzen diesen Raum und es ist einfach oft Chaos. Aber die Idee ist, den Keller auch in eine Art Werkstatt umzugestalten. Ob das möglich ist? Wir arbeiten dran. Ich sehe meine Rolle im Gasparitsch darin, Umgestaltungen anzustoßen und handwerklich umzusetzen. Als wir die Küche neu gebaut haben war ich auch dabei.
Was wünscht du dir fürs Gasparitsch?
Ich habe es ja schon gesagt: Es sind ganz viele Gruppen, ganz viele Leute im Gasparitsch und langsam wird das Gasparitsch zu klein. Man merkt, die Angebote werden angenommen und die Akzeptanz im Stadtteil ist da. Was ich mir für das Gasparitsch wünsche ist, größer zu werden, ein größeres Zentrum. Das ist vielleicht ein Traum, aber ein ganzes Gebäude, das wäre grandios, das wäre prima.
Vielleicht wird der Traum ja wahr mit vielen Menschen, die sich so wie Du engagieren und einbringen.
Last but not least – das fragen wir immer alle: Denkst du ans Gasparitsch …
… denk ich an die leckere Limo mit Kurkuma und Ingwer.
Danke Adrian, dass Du im Stadtteilzentrum dabei bist und vielen Dank für das Gespräch.
„Was ich mir für das Gasparitsch wünsche ist, größer zu werden, ein größeres Zentrum. Das ist vielleicht ein Traum, aber ein ganzes Gebäude, das wäre grandios, das wäre prima.“
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Im Gasparitsch gibt es immer viel zu tun. Damit noch mehr Ideen entstehen und gemeinsam umgesetzt werden können gibt es jetzt thematische Arbeitsgruppen (AG).
Die AGs bieten Raum, um mitzugestalten, Verantwortung zu teilen und das Gasparitsch sowie den Stadtteil aktiv weiterzuentwickeln.
Neben bestehenden Themen wie die Programm-, Raumgestaltung, Feste und Öffentlichkeitsarbeit sind wir offen für neue Themen, Ideen und Projekte – alles, was das Gasparitsch lebendig macht, hat Platz.
Nach einem gemeinsamen Start arbeiten die AGs an konkreten Themen.
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